FRUCHTREDE

Gehalten vor Stämmen

 

 

Erhaben dünkt Ihr Euch.
Übermächtig – den Zeiten entrückt
Anfang und Endzweck zugleich.

 

Vor Euch sinkt die Erde
Ins Bodenlose und der Äther
bricht sich flirrend an euren
Ausgebrannten, zugespitzt
gierenden Körpern.

 

Niederfallen sollen wir
und Eure alten Füße platzend
mit frischem Saft bedecken.
Schwebend träumen wollt Ihr dann
wie einst als wilde Früchte.

 

Wir aber sind gekommen
ungeahnte Stürme anzusagen.
Eure Befestigung in tiefsten Tiefen
lieblicher Auen und dunkler Wälder
wird versagen.

 

  

Schreien und toben werdet Ihr
bis Euch die Hälse brechen:
Wir werden uns pflücken lassen!
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© 1998 Bilder: Daniel Salzmann; Text: Jürgen Strauss